
Landwirtschaft schützen – Existenzen bewahren
Die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage in Mariendorf bedroht nicht nur wertvolle Acker- und Weideflächen, sondern auch die Existenzgrundlage unserer ortsansässigen Landwirte. Seit Jahrzehnten werden die betroffenen Flächen von der Stadt an hiesige Betriebe verpachtet und landwirtschaftlich genutzt. Eine Neuverpachtung an die Stadtwerke würde diesen Betrieben bis zu 20 Hektar Land entziehen – Flächen, die sie seit Generationen bewirtschaften und pflegen.
Mariendorf verfügt insgesamt über rund 240 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Durch den geplanten Solarpark würden davon ca 8,33 % verloren gehen – ein erheblicher Einschnitt für unseren Ort und die hier ansässigen Betriebe.
Steigender Konkurrenzdruck und Flächenknappheit
Die Vergabe der Pachtflächen durch die Stadt steht schon heute unter großem Druck. Der Verlust weiterer Flächen durch Freiflächen-Photovoltaikanlagen, die Umwidmung zu Bauland oder andere Nutzungen führt dazu, dass die Verfügbarkeit von Acker- und Weideland immer geringer wird.
Schon jetzt herrscht bei Neuverpachtungen ein harter Wettbewerb unter den Landwirten. Viele Betriebe mussten in der Vergangenheit über ihre finanziellen Möglichkeiten hinaus bieten, um Flächen zu sichern. Dieser Konkurrenzdruck wird sich durch die geplanten Flächenverluste weiter verschärfen. Heutzutage müssen landwirtschaftliche Betriebe eine gewisse Flächengröße bewirtschaften, um ihre Familienbetriebe erhalten zu können. In Mariendorf sind jedoch alle Betriebe kleinstrukturiert – sie wirtschaften im Einklang mit der Natur, nachhaltig und vielfältig. Der Wegfall weiterer Flächen gefährdet gleich mehrere Betriebe in ihrer Existenz oder zwingt sie zu einer grundlegenden Umstrukturierung.
Verlust von Weideland – Gefahr für Tierhaltung und Artenvielfalt
Ein großer Teil der betroffenen Flächen ist Weideland. Durch deren Verlust können die Betriebe weniger Futter produzieren, was besonders Tierhalterinnen und Tierhalter hart trifft. Teilweise müssten Tiere abgeschafft werden, da es in der näheren Umgebung nicht ausreichend Ersatz- oder Ausgleichsflächen gibt. Im Gebiet Spannhaken wird eine besonders artenreiche und nachhaltige Feldbewirtschaftung betrieben – keine Monokulturen, sondern eine ausgewogene Mischung aus Acker- und Grünland. Hier leben und weiden Pferde, Schafe und Kühe – ein Bild, das in vielen Regionen längst verschwunden ist. Diese kleinstrukturierten, vielfältigenFlächen prägen das Landschaftsbild und leisten einen wichtigen Beitrag zu Artenschutz, Bodenerhalt und regionaler Lebensmittelproduktion.
Klimaschutz ja – aber mit Augenmaß
Klimaschutz darf nicht auf Kosten der Landwirtschaft gehen. Wenn Landwirte künftig gezwungen sind, auf weit entfernte Flächen in andere Gemarkungen auszuweichen, entstehen längere Fahrten, mehr Transporte – und damit auch ein höherer CO₂-Ausstoß. Statt produktives Acker- und Weideland stillzulegen, sollte auf nachhaltige Lösungen gesetzt werden, die Landwirtschaft und Energieerzeugung verbinden – zum Beispiel Agri-Photovoltaik, bei der Solaranlagen über landwirtschaftlich genutzte Flächen errichtet werden.
Landwirtschaft ist Teil unserer Identität
Mariendorf lebt von seiner Landwirtschaft. Sie erhält unsere Landschaft, unsere Artenvielfalt und unsere Lebensqualität. Diese kleinstrukturierte, vielfältige Form der Landwirtschaft ist ein wertvolles Kulturgut – sie darf nicht dem kurzfristigen Profit geopfert werden.
Setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass Mariendorf landwirtschaftlich geprägt bleibt – für unsere Betriebe, unsere Umwelt und kommende Generationen.
